2. Lateintanz-Bundesliga Nach dem Abstieg des 1. TSZ schmiedet Trainer Bormann neue Pläne
Von Stefan Schwiersch
Nienburg. Sie kennen gewiss das Sprichwort „Wo gesungen wird, da lass dich nieder, böse Menschen kennen keine Lieder.“ Ein wenig böse durften sie zwar durchaus sein, die Lateintänzer des 1. TSZ Nienburg, nach ihrem Abschneiden beim Heimturnier der 2. Bundesliga in der BBS-Halle, denn ihre gute Leistung wurde abermals nur mit Platz sieben benotet; wir berichteten. Doch für böses Gedankengut war gar kein Platz im Nienburger Lager. Gewiss, in stillen, unbeobachteten Momenten hingen die Mundwinkel der TSZ-Tänzer einige Zentimeter tiefer als noch kurz zuvor beim strahlenden Auftritt zur rhythmischen Musik. Doch die Schützlinge von Rainer Bormann hakten diesen vermaledeiten sieben Platz schnell ab, berappelten sich, flachsten bald wieder. Die Männer posierten mit prolligen Spiegelsonnenbrillen, die Damen drückten ihrem Trainer saftige Schmatzer auf die Wange. Und spätestens bei der After Show-Party in der LUG-Lounge, da konnten die Nienburger Formationstänzer im Rausch der Disco-Musik vergessen, dass sie gerade aus der 2. Bundesliga abgestiegen waren.
Ein wenig Stolz auf die tänzerische Leistung war nach dem Turnier gewiss erlaubt, ganz viel Stolz für die gelungene Ausrichtung des Zweitliga-Turniers war ganz einfach geboten. Rund 700 Fans, darunter zahlreiche auswärtige Schlachtenbummler, sorgten für Partystimmung und Krach entlang des Parketts, manches Kreischen junger Mädchen bedeutete akute Tinnitus-Gefahr. Umfangreiche Gastronomie und allenthalben freundliche Gesichter vervollständigten die Wohlfühl-Atmosphäre. „Von der Optik her sind das Welten zu den anderen Veranstaltungen“, meinte TSZ-Chef und Trainer Rainer Bormann.
Ein Turnier steht noch aus, am 6. März wartet noch die längste Fahrt auf das TSZ. Im 550 Kilometer entfernten Ludwigsburg findet der Abschluss der fünfteiligen Zweitliga-Serie statt. Und im wundersamen Falle des Turniersieges wäre sogar noch der Klassenerhalt drin. Doch nach vier siebten Plätzen in Folge unter acht Teams ist für Träume dieser Art kein Platz mehr in den Köpfen von Karina Heidt & Co.
Ludwigsburg wird zugleich das letzte Kapitel für die aktuelle Formation, dann beginnt eine neue Zeitrechnung. 2011 wird das TSZ mit neuer Choreografie – und mit neuen Gesichtern an den Start gehen. Bormann plant, eine komplett neue Mannschaft aufzubauen. „Das wird nicht in einem Jahr gehen. Aber wir arbeiten mit Hochdruck daran, neue Leute auszubilden, um die Vormachtstellung in Niedersachsen zu behaupten“, sagt der Trainer. „Wir haben uns bundesweit einen Namen gemacht“, und der soll nicht so schnell in Vergessenheit geraten.





